Seniorin 2018 | 1

Für Tiere vorsorgen

Träume sind etwas Wunderbares, man kann sich alles Mögliche ausdenken, kann sich von der eigenen Fantasie treiben lassen, die Realität ausklammern. Dass die grösseren und kleineren Hürden des Lebens in den Tagträumen meist nicht vorkommen, ist klar.

 

In unserer Vorstellung läuft immer alles nach Plan, in der Realität oft leider nicht. Dabei genügt schon ein kleiner Unfall oder eine längere Krankheit, um unseren Alltag komplett auf den Kopf zu stellen.

Sind dann auch noch Haustiere da, um die sich jemand kümmern sollte, wird die Situation schnell schwierig. Da kann es eine grosse Erleichterung sein, sich aktiv mit dem «Was wäre, wenn» zu beschäftigen und notwendige Vorkehrungen zu treffen.

Schliesslich ist es doch beruhigend, zu wissen, dass unsere kleinen Freunde schnell gefunden und gut versorgt werden. Sonst ergeht es ihnen wie Katze Gertrud: Ihre Halterin musste überraschend ins Spital. Zwar fanden Sanitäter das Tier und alarmierten den Tierrettungsdienst. Da die Besitzerin aber für diesen Fall keinerlei Vorkehrungen getroffen hatte, kam die alte Katzendame zu uns ins Tierheim.

Bald stellte sich heraus: Gertrud war taub, halb blind und litt unter chronischem Durchfall. Der Stress der notwendigen Untersuchungen hätte ihr erspart werden können, wären von Anfang an alle Informationen vorhanden gewesen. Dabei hatte Gertrud noch Glück im Unglück, sie wurde rechtzeitig gefunden und gerettet. Andere Tiere haben weniger Glück, schlicht weil niemand etwas von ihrer Existenz weiss.

Solche Situationen sind natürlich nicht nur für das Tier schlimm. Für die Tierhaltenden ist es oft nur schwer zu ertragen, wenn sie nicht wissen, was mit ihrem geliebten Haustier passiert.

Dabei ist es gar nicht so schwierig, bereits dann für die Tiere vorzusorgen, wenn es einem noch gut geht. Schon ein einfacher Zettel oder ein richtiger Heimtierpass im Portemonnaie mit dem Hinweis, dass sich Tiere in der Wohnung befinden und wer einen Zweitschlüssel hat, kann Tierleben retten. Besonders hilfreich ist es, wenn Sie zudem die wichtigsten Angaben zum Tier notieren (Krankheiten, Tierarzt usw.) und einer vertrauenswürdigen Person über­geben. Auch eine spezielle Vereinbarung mit einem Tierheim des Vertrauens ist denkbar.

Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, hält im Testament oder in den Anordnungen für den Todesfall fest, was mit den Schützlingen geschehen soll, wenn man selbst nicht mehr ist. Nur so können wir wirklich sicher sein, dass es unseren Haustieren auch dann gut geht, wenn wir nicht mehr für sie da sein können. Ein schönes Gefühl, das wieder Platz zum Träumen schafft…
Übrigens: Gertrud hatte gleich doppeltes Glück! Sie durfte die letzten Lebensmonate in einem liebevollen Zuhause verbringen.

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