Seniorin 2018 | 2

Lebensfreude auf 3 Beinen

Neulich wurde ich auf einer Führung durch unser Tierheim gefragt, ob ein Hund mit nur drei Beinen überhaupt noch Freude am Leben haben könne. Um es gleich vorwegzunehmen: Die einfache Antwort auf diese schon fast philosophische Frage lautet: «Ja, er kann, ABER …»

 

Die Frage ging eigentlich noch weiter: Sollte man solche Tiere nicht besser einschläfern? Dieser Frage liegen zwei Annahmen zugrunde. Erstens: Ein Leben mit Handicap ist nicht lebenswert. Und zweitens: Tiere können sich nicht an neue Situationen anpassen. Beide Annahmen sind falsch. Wer selber schon ein behindertes Tier hatte, kennt mitleidige Blicke oder gar Beschimpfungen als Tierquäler wohl nur zu gut.

Dabei können diese Tiere ein schönes und schmerzfreies Leben haben. Voraussetzung hierfür ist, dass ihre speziellen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Und das ist auch schon das grosse ABER.

Rücksicht nehmen heisst nicht, sein Tier überall hin zu tragen oder zu fahren. Tiere sind von Natur aus sehr anpassungsfähig. Verliert eines im Laufe seines Lebens ein Bein, kann es sich nach einer Umgewöhnungsphase meist wieder gut fortbewegen.

Rücksicht nehmen heisst dann vor allem, das Tier nicht zu überfordern. Bei einem Hund sind die Spaziergänge in Länge und Geschwindigkeit anzupassen, er braucht rutschfesten Untergrund und Hilfe bei steilen Stufen. Übergewicht sollte unbedingt vermieden werden. Alles andere können die Tiere meistern – egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen.

Besonders wichtig ist es jedoch, Folgeschäden zu verhindern. Durch ein fehlendes Bein können Fehlstellungen des Bewegungsapparats sowie Verspannungen entstehen, was meist die Gelenke stark belastet. Massagen können helfen, und durch Muschelkalk oder einfache physiotherapeutische Übungen lässt sich Arthrose vorbeugen. Eine enge tierärztliche Begleitung ist ratsam.

Sind all diese Voraussetzungen erfüllt, steht einem schönen, schmerzfreien Leben nichts im Weg.

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