Seniorin 2018 | 2

Weil altersgerechtes Wohnen so wichtig ist

Je älter wir werden, umso wichtiger ist es, dass wir in der richtigen Wohnung, in der richtigen Umgebung, am richtigen Ort wohnen. Ist die Wohnung aber auch altersgerecht aus­gestattet? Gibt es Schwellen, die schwierig zu begehen sind? Sind die Nasszellen so gebaut, dass sie ein bequemes Baden, Duschen möglich machen, sind sie gar rollstuhlgängig? Fragen, die an der 14. Zürcher Alterskonferenz im Mittelpunkt stehen werden.

 

Selbst Antworten zu diesen Fragen genügen nicht, will man sich für die Zukunft im Alter wohnlich und vor allem sicher einrichten. Dazu kommen: Sind Einkaufs­möglichkeiten gegeben, die einfach zu erreichen sind? Wie ist es mit dem öffentlichen Verkehr? Bin ich rasch und mühelos bei der nächsten Station? Kann ich auch einfach besucht werden? Bin ich in der Wohnung an den nötigen Kommunikationsmöglichkeiten, wie Internet, TV, Telefon, gar mit Alarmmöglichkeiten angeschlossen? Kann ich mir die ideale Wohnung als Mieter, als Eigentümer im Alter überhaupt noch leisten? Wie finanzieren die Banken beispielsweise einen Übergang von einem Einfamilienhaus in eine städtische Eigentumswohnung. Welche Politik verfolgt der Schweizerische Hauseigentümerverband HEV, wie geht er mit älteren Mietern um?

Tatsächlich: Fragen über Fragen. Zur Beantwortung all dieser Fragen hat der Zürcher Senioren- und Rentner-Verband ZRV mit den ihm angeschlossenen und befreundeten Organisationen profilierte Persönlichkeiten zur 14. Zürcher Alterskonferenz eingeladen.

Dr. Ute Ziegler von der Hochschule Luzern legt dar, wie eine altersgerechte Wohnung ausgestattet sein soll, wie das Layout auszusehen hat. Wie kann ich allenfalls selber eine Wohnung umgestalten und später: was sagen der Hauseigentümer-Verband, der Mieterverband dazu?

Nationalrat Hans Egloff, SVP, Präsident des Schweizerischen Hauseigentümerverbandes HEV, wird über die Politik seines starken Verbandes referieren. Wie gehen die Hauseigentümer mit ihren älteren Mietern um. Und insbesondere, wie unterstützt der HEV seine Mitglieder? Nicht zuletzt wird er über seine Politik in Bezug auf den Eigenmietwert informieren. Wird er abgeschafft und allenfalls wann?

Zu den Finanzierungsfragen wird Thomas Keller, Marktgebietsleiter Private Banking der Zürcher Kantonalbank, informieren. Wie geht die ZKB mit älteren Menschen bei der Finanzierung von Wohneigentum um? Wie weit kommen die Finma-Bestimmungen zur Anwendung, nach denen eine Hypothek mit 6% berechnet wird und die daraus resultierende Summe  als 30 Prozent des Einkommens nicht überschreiten darf?Kommt die ZKB älteren Kunden entgegen, wie kulant ist sie, die von Staatsgarantie abgesichert ist.

Regierungspräsident Markus Kägi, SVP, wird über die Raumplanungspolitik des Kantons Zürich referieren. Werden die Bedürfnisse der älteren Menschen berücksichtigt, wie sieht umweltgestütztes Wohnen aus? Werden die Voraussetzungen geschaffen, damit beispielsweise der öffentliche Verkehr Alterswohnungen und Altersheime erschliesst. Werden Zentren geschaffen, die auch das Einkaufen, die Nachbarschaftspflege, die Kontaktmöglichkeiten miteinbeziehen?

Und schliesslich wird Natalie Imboden, die neue Generalsekretärin des Schweizerischen Mieterverbandes, die Politik ihres Verbandes vertreten: Wie schützt er ältere Menschen, denen beispielsweise nach Jahrzehnten die Wohnung vom Vermieter gekündigt wird? Welche Möglichkeiten haben langjährige Mieter, um gegen die Kündigung vorzugehen?

Alle Interessierten sind zur 14. Alterskonferenz herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist gratis. Im Anschluss an die Veranstaltung wird ein Apéro offeriert, gespendet von der Zürcher Kantonalbank.

«Bedürfnisgerechte Planung einer altersgerechten Wohnung – eine Herausforderung zwischen Ratgebern, Checklisten und Partizipation»

Ute Ziegler M.A. Kunst­historikerin und Innenarchitektin. Senior Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der For­sch­ungsgruppe Innenarchitektur an der Hochschule Luzern – Technik und Architektur. Seit 2009 forscht und veröffentlicht sie zum Thema Health Care Design und Health Care Architecture. 2011 publiziert sie an der Hochschule der Künste in Braunschweig.

 «Wie finanziert die Zürcher Kantonalbank Wohneigentum im Alter?»

Thomas Keller, Zürcher Kantonalbank (45) ist Leiter Markt­gebiet Privatkunden und Private Banking bei der Zürcher Kantonalbank. Thomas Keller verfügt war lange Jahre bei der CS tätig. Er verfügt über einen MAS Private Banking und Wealth Management der Hochschule in Luzern. Er berät seit Jahrzehnten Kunden, die sich Eigentum leisten wollen.

 «Wohnen im Alter aus raumplanerischer Sicht»

Regierungsrat Markus Kägi (64) schloss seine Lehre auf einem Notariat ab. Nach dem Erwerb des Zürcher Notarpatents war er Notar-Stellvertreter in Zürich. Von 1991 bis 1996 gehörte er dem Kantonsrat an (1995/96 als Präsident). Danach und bis zu seiner Wahl zum Regierungsrat 2007 wirkte er als Ombudsmann des Kantons Zürich. Seither steht er der Baudirektion des Kantons Zürich vor.

«Lösungen für Wohneigentümer im Alter»

Nationalrat Hans Egloff (59) war zuerst Primarlehrer, übte den Beruf während dreier Jahre aus, studierte danach Rechtswissenschaft, war Auditor bei der Bezirksanwaltschaft Zürich und am Bezirksgericht Horgen. Von 1991 bis 1998 amtete er als Bezirksrichter am Bezirksgericht Zürich. Heute ist er Partner in der Kanzlei Beelegal in Zürich. Seit 2011 sitzt er als Vertreter der SVP im Nationalrat und präsidiert seit 2012 den Schweizerischen Hauseigentümer-Verband.

«Wie schützt der Mieter-verband ältere Menschen?»

Natalie Imboden (47) ist studierte Historikerin/Polito­login, lic. phil. hist. Sie amtet als Generalsekretärin des Sch­wei­z­erischen Mieterinnen- und Mieter­verbandes SMV. Seit 20 Jahren ist sie bei Non-Profit-Organisationen und in der Verbandspolitik aktiv. Als Grossrätin vertritt sie im Kanton Bern (Kantonsparlament) die Grüne Partei.