Seniorin 2018 | 3

Gut beraten mit Innovage

Die Beraterinnen und Berater von Innovage stellen ihr Fachwissen, Können und ihre Erfahrung unentgeltlich der Zivilgesellschaft zur Verfügung. Das Erfahrungs- und Fachwissen älterer Personen ist für die Zukunft unverzichtbar.

 

Jedes Jahr gehen Abertausende Personen in Pension und nehmen ein enormes Fachwissen mit. Um dieses Wissen für die Zivilgesellschaft nutzen zu können, gründete Migros-Kulturprozent 2006 in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern/Soziale Arbeit Innovage. Heute ist Innovage in neun unabhängigen regionalen Netzwerken organisiert und beschäftigt rund 150 Beraterinnen und Berater. Netzwerke gibt es in Bern-Solothurn, Graubünden, Nordwestschweiz, Oberwallis, Ostschweiz, Suisse Romande, Tessin, Zentralschweiz und Zürich.

Innovage vereint ehemalige Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft, Verwaltung, Bildung und Beratung, die ihr wertvolles Wissen unentgeltlich für öffentliche und gemeinnützige Anliegen einsetzen. Seit Sommer 2010 ist Innovage ein selbständiger Verein mit einem Zentralvorstand, in dem alle Netzwerke vertreten sind, und mit einer eigenen Geschäftsstelle in Bern. Innovage  ist gegenwärtig dabei, sich von einer förderfinanzierten zu einer eigenständigen, von externen Geldgebern weitgehend unabhängigen, Organi­sation zu entwickeln. 2017 wurde Innovage in Bern mit dem Eulen Award, dem «Preis für innovative, praxisbezogene Projekte zur Erhöhung der Lebensqualität älterer Menschen» ausgezeichnet.

Rund 120 Projekte in Arbeit
Im Vordergrund von Innovage steht die Projektarbeit. Die Mitglieder, die recht unterschiedliche Berufs- und Kadererfahrungen mitbringen, bieten zahlreiche Kompetenzen und Einsatzmöglichkeiten an. Entsprechend gross ist die Palette an Projektanfragen von gemeinnützigen Organisationen, die an die Netzwerke herangetragen werden. 2017 haben Innovage-Teams rund 120 Projekte aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen begleitet. Neue Projekte werden laufend evaluiert und verhandelt.

Die Anzahl Projekte, ihre Vielfalt und die Zufriedenheit der Auftraggeber sind der beste Beweis dafür, dass Innovage einen wertvollen Beitrag für das Gemeinwohl leistet. Hier vier Projektbeispiele, die abgeschlossen oder am Laufen sind:

Der Verein revita wollte in Wuppenau (Thurgau) einen Dorfladen eröffnen, um psychisch beeinträchtigten Frauen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen, die Nahversorgung sicherzustellen und Lernende auszubilden. Durch die Beratung und tatkräftige Mithilfe des Netzwerks Ostschweiz wurde die Projektidee weiterentwickelt und umgesetzt. Der Dorfmarkt bewährt sich seit seiner Inbetriebnahme bestens.

Zur Sicherung der langfristigen Entwicklung beabsichtigt die Volkshochschule Winterthur VHSW, den Bekanntheitsgrad im lokalen Markt zu erhöhen, das Profil zu schärfen und das Angebot auszubauen. Ein Team des Netzwerks Zürich begleitet diesen Prozess umfassend mit der Leitung der Workshops, der Situations-Analyse, der Strategie- und Organisationsentwicklung und Impulsen zum Marketing-Mix.

Seit Anfang Mai 2018 verfügt Brenzikofen, am Rand des bernischen Mittellands und des Emmentals gelegen, über einen Erlebnisweg, auf dem die Schönheit und Vielfalt der Natur nähergebracht werden, verbunden mit Bewegung, Informationen und Rätseln. Ein Team des Netzwerks Bern-Solothurn hat das Projekt im Auftrag der Regionalkonferenz Bern-Mittelland juristisch und verfahrenstechnisch begleitet.

Damit in Luzern hochaltrige Menschen ihre Bedürfnisse nach Selbst- und Mitbestimmung formulieren können, hat ein Team des Netzwerks Zentralschweiz in Koordination mit der Stadt Luzern das Netzwerk 80plus gegründet. Dieses organisiert unter anderem alle zwei Wochen einen Stammtisch in einem Luzerner Altersheim, an dem ausgewählte Themen vorgestellt und diskutiert werden.

Befragt nach dem Erfolgsfaktor von Innovage, antwortet Denise Moser, die Präsidentin von Innovage Schweiz, in einem Interview: «Unsere Unabhängigkeit. Die Möglichkeit weiterzugeben, was man an Erfahrung gesammelt hat, seinem Alltag nach der Pensionierung selbst eine Struktur zu geben, neue Themenbereiche kennen zu lernen».

Über Innovage ist 2010  unter dem Titel «Die andere Karriere – Gesellschaftliches Engagement in der zweiten Lebenshälfte – am Beispiel Innovage» ein Buch vom ehemaligen TA-Redaktor Beat Bühlmann erschienen, das die Erfahrungen der Innovage-Praxis anhand von Porträts und konkreten Projekten nachzeichnet und in mehreren Fachartikeln zum selbstbestimmten Engagement nach dem Erwerbsleben ermuntert.

Mehr über Innovage unter www.innovage.ch

 

seniorin zu Gast im:

Ivan Kuhn

 

Restaurant
Belvoirpark

 

Die 1828 von Heinrich Escher erbaute Villa Escher wird umrahmt von  einer der schönsten Park-­Anlagen der Stadt Zürich. Während der Park für ­die Öffentlichkeit zugänglich ist, beherbergt die Villa seit 1925 das Restaurant für die im selben Jahr gegründete Hotelfachschule, die Ausbildungsstätte. Im Sommer ist es ein besonderer Genuss, im Garten mit Blick auf den Park und dem bald 200-jährigen Baumbestand zu sitzen und sich verwöhnen zu lassen. Bei unserem Besuch war der Garten bis auf den letzten Platz besetzt. Unsere zuständige Bedienung war wohl noch etwas unerfahren, so dass es (zu) lange dauerte, bis wir die gewünschten Apéro-Getränke korrekt vor uns hatten und uns der Speisekarte widmen konnten. Diese Un zulänglichkeiten sollten aber die einzigen bleiben. Für den weiteren Abend erwies sich die Bedienung, unter Assistenz des freundlichen Chef-de-Service, ebenso tadellos wie die servierten Gerichte.

Für die Vorspeise entschied sich unsere Begleite­rin für den Quinoa-Salat an Zitronendressing und einer Garnitur von Apfel- und Avocadostückchen, während wir beiden Männer uns mit ­der Gänseleber «Belvoirpark» etwas deftigeren Genüssen hingaben. Im Bewusstsein um ­ ein ­umstrittenes Produkt, muss ich gestehen, dass ich einmal im Jahr dieser Versuchung nicht widerstehen kann. Als Hauptgang wählten wir das reich garnierte Rindstatar und den Wolfsbarsch im Salzmantel mit Salzkartoffeln und Gemüsegarnitur. Beides, Vor- wie Hauptspeisen, waren tadellos ­zubereitet und wurden durch den reichbestückten Dessert-Wagen ergänzt. Ebenso untadelig war die Weinauswahl: ­Sommerlich-fruchtig-leicht der Rosé Tamary aus ­der Provence und gehaltvoll-mineralisch der Pouilly Fumé als Begleiter zum Fisch. Als Partner zur Gänseleber genossen wir je ein Glas Sauternes «Château Rieussec», das sich als harmonische Ergänzung zur Vorspeise erwies.

P.S. Für kleinere kulinarische Wünsche ist das angeschlossene Bistro eine ruhige Oase mit feinen Bistrogerichten vom Grill und Klassikern wie Tatar, Fleischkäse, Flammkuchen usw. (Nur im Sommer und bei schönem Wetter geöffnet).

Restaurant Belvoirpark
Seestrasse 125 | 8002 Zürich
Tel: 044 286 88 44 | Mail: info@belvoirpark.ch
Dienstag bis Samstag 07.30 bis 24.00 Uhr