Seniorin 2019 | 2

Handlungsbedarf wegen Eigenmietwert-Diskussion?

Aktuell wird die Abschaffung des Eigenmietwerts in der Politik diskutiert. Während noch nicht klar ist, ob ein Systemwechsel zu Stande kommt und wie dieser aussehen wird, fragen sich bereits viele Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer, ob sie zum heutigen Zeitpunkt etwas unternehmen sollen.

Seit Längerem wird die Zukunft des Eigenmietwerts kontrovers diskutiert. Inzwischen hat sich eine politische Allianz gefunden, welche einen Systemwechsel bei der Besteuerung des Eigenmietwerts anstrebt. Die Wirtschaftskommissionen des National- und Ständerats haben eine Vorlage ausgearbeitet, die eine Abschaffung des Eigenmietwerts für den Hauptwohnsitz vorsieht. Im Gegenzug sollen die Schuldzinsen nicht oder im beschränktem Ausmass und keine Kosten mehr für Unterhalt und Renovation der Liegenschaft abzugsfähig sein. Energiespar- und Umweltschutzabzüge auf Bundesebene sollen ebenfalls nicht mehr zulässig sein. Auf kantonaler Ebene kann ein solcher Abzug jedoch eingeführt werden.

 

Der Systemwechsel kann frühestens per 1. Januar 2021 vollzogen werden. Zweitwohnungen und Renditeliegenschaften wären vom Systemwechsel nicht betroffen. Ersterwerber von Wohneigentum sollen für eine beschränkte Zeit und bis zu einem gewissen Grad weiterhin Schuldzinsen vom steuerbaren Einkommen abziehen dürfen.

Ob Hauseigentümer vom neuen System finanziell profitieren, lässt sich nicht pauschal sagen. Dies hängt von der Höhe der Hypothek im Verhältnis zum Wert der Liegenschaft, den Hypothekenzinsen, dem Bedarf an Renovation und Unterhalt sowie dem Standort der Liegenschaft ab. Rentner dürften tendenziell eher profitieren, da ihre Hypothek oftmals stärker amortisiert wurde.

Bei der Steuerplanung gibt es Handlungsbedarf hinsichtlich Renovationsarbeiten. Durch den Wegfall der Abzugsmöglichkeiten von Unterhaltskosten sollten Renovationen vorgezogen werden, welche in den nächsten Jahren ohnehin anfallen würden. Aber Achtung: Wenn die Kosten in einem Kalenderjahr zu hoch ausfallen, ist der Steuerspareffekt tiefer oder entfällt sogar gänzlich. Eine Staffelung über die nächsten zwei Jahre hinweg lohnt sich. Wir unterstützen Sie gerne bei der Ausarbeitung einer Renovationsplanung, die Ihre Steuersituation berücksichtigt. Generell bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussion auf der politischen Ebene entwickelt. Sollte der Systemwechsel vor dem Parlament oder dem Volk keine Mehrheit finden, so wären lediglich die Renovationen vorgezogen worden.

Wer Fragen zur Finanzierung des Eigenheims hat oder ein Beratungsgespräch zur Planung der Pensionierung wünscht, kann die Zürcher Kantonalbank unter
0844 850 860 kontaktieren oder den persönlichen
Kundenbetreuer ansprechen.