Erfreuliches von der SBB Zukunft wird klimaneutral

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Die SBB macht regelmässig Schlagzeilen. Oft negative. Was man selten liest und hört, ist hingegen das Engagement der SBB für eine klimaneutrale Schweiz. Kathrin Amacker, bis Ende März verantwortlich für die Kommunikation, berichtet Positives von der klimafreundlichsten Bahn Europas.

 

Wenn Kathrin Amacker erklärt, welche Aktionspläne rund 20 Mitarbeitende im Sinn der ökologischen Nachhaltigkeit umsetzen, wird es spannend. Auf dem Weg in die Zukunft gilt seit Kurzem die Ambition «klimaneutrale SBB bis 2030.» Zahlreiche Massnahmen sind dazu geplant oder bereits aufgegleist.

Kathrin Amacker, fliegen kann man ja heute wegen des hohen CO2-Ausstosses nur noch mit ganz schlecht-em Gewissen; wer ein Auto kauft, ist verunsichert durch widersprüchliche Informationen bezüglich Feinstaub und Schadstoffen. Da ist doch die Bahn geradezu die ideale Alternative für moderne, klimafreund-liche Mobilität. Wie und wo wollen Sie denn noch besser werden?
Kathrin Amacker: Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit sind bei den SBB tatsächlich Prinzipien mit hoher Priorität. Um es gleich vorwegzunehmen: Wenn es uns gelingt, dank einem ambitiösen Energiespar-programm und der vollständigen Umstellung auf erneuerbare Energien ökologisch effizienter zu werden, haben unsere Kundinnen und Kunden ganz direkt etwas davon, denn dadurch lassen sich Kosten senken, und das wirkt sich positiv auf die Preise aus. Bereits im Jahr 2030 sollen die SBB klimaneutral sein.

Mit welchen Massnahmen arbeiten Sie konkret auf dieses Ziel hin?
Mit einem radikalen Verzicht auf fossile Enegieträger und schädliche Kältemittel – und durch einen noch bewussteren Umgang mit Elektrizität. Lokführer tragen mit computergestützten Geschwindigkeitsempfehl-ungen für eine Fahrt mit «Grüner Welle» enorm zum Stromsparen bei. Schon jetzt verwenden wir zu 90 Prozent Strom aus Wasserkraft, sei es aus eigenen Kraftwerken oder aus solchen, an denen wir beteiligt sind. Damit sind wir die klimafreundlichste Bahn Europas. Die restlichen 10 Prozent Atomstrom gilt es aber noch zu eliminieren. Wichtig ist auch, bei Investitionen auf Partner mit einwandfreiem Nachhaltigkeits-nachweis zu setzen. Bei unseren Lieferanten und Geschäftspartnern – etwa wenn es um Bauprojekte geht – achten wir auf entsprechende Zertifizierungen.

Lässt sich dies alles ohne Versorgungslücken und höhere Kosten umsetzen?
Wasserkraft ist eine sehr verlässliche Energiequelle. Versorgungslücken darf es nicht geben. Bezüglich Kosten gehen wir davon aus, dass erneuerbare Energien langfristig günstiger sind. Unsere Kundinnen und Kunden kommen auf ihrer SBB-App durch präzise Informationen zu einzelnen Zügen in den Genuss von günstigeren Preisen. Unser Angebot an Spartarifen hat vermutlich schon manchen zum Umsteigen auf die Bahn veranlasst. Wer flexibel Bahn fährt, spart seinerseits.

Dass die Jugend voller Begeisterung auf die Bahn als zeitgemässestes Transportmittel setzt, ist längst bekannt. Nun soll sogar der chinesische Präsident Xi Jinping vor einiger Zeit mit den SBB nach Genf gefahren sein …?
Richtig, bei seinem mehrtägigen Staatsbesuch in der Schweiz. Und wie viele Polit- und Wirtschaftspromis die Reise ans WEF nach Davos mit der Bahn gemacht haben, hat sich ja auch herumgesprochen. Unsere Kunden können übrigens einen besonders grossen Beitrag an die Nachhaltigkeit der Bahn leisten, indem sie Angebote ausserhalb der Hauptverkehrszeit und in der Freizeit am Wochenende nutzen. Durchschnittlich sind unsere Züge zu nur rund 30 Prozent ausgelastet.

3000 km Böschungen neben den Bahngeleisen pflegt die SBB dauernd, weil dort seltene Tier und Pflanzenarten leben.

Schon der grosse Schweizer Eisenbahnpionier Alfred Escher hat beim Bau der Gotthardbahn die Vorzüge des Stroms aus Wasserkraft gegenüber der Kohle als Energiequelle klar erkannt. Könnte man ihn als Vorläufer des modernen Nachhaltigkeitsdenken bezeichnen?
Eigentlich schon. Wobei es ihm hauptsächlich um Autarkie ging, also um Unabhängigkeit von importierten Rohstoffen. Aber hier sind sich ja die beiden Überzeugungen sehr nah.

Stimmt es, dass sich die SBB sogar beim Natur- und Artenschutz engagieren?
Das ist so. Wir pflegen unsere Böschungen an den rund 3 000 Kilometern Bahngeleise so, dass sie als «Reservoir für seltene Tier- und Pflanzenarten» dienen. Damit leisten wir einen Beitrag an die Biodiversitätsstrategie der Schweiz. Durch Renaturierungen und spezielle Bodengestaltung können etwa auch Eisvögel, Schlangen oder besondere Bienenarten überleben. So nehmen wir Rücksicht auf Lebewesen und geben der Natur sozusagen etwas zurück.

Sehr eindrücklich! Nur schade, dass viele Medien über solche erfreulichen Nischen kaum  berichten.
Leider kann ich das nur bestätigen. Viele Medien interessieren sich kaum für diese Themen – sie suchen eher die Schlagzeilen.

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