Kunstareal in Zürich mit internationaler Ausstrahlung

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Museen, Galerien, Kunstverlage – im Löwenbräuareal im Zürcher Stadtkreis 5 kommen Kunstliebhaber auf ihre Rechnung. Die wechselnden Ausstellungen kontemporärer Kunst machen die einstige Bierbrauerei zu einem sehenswerten Kulturzentrum mit internationaler Ausstrahlung.

 

Die Löwenbräu Zürich AG war bis 1986 eine Bierbrauerei im Zürcher Industriequartier und ging aus den 1890 fusionierten Brauereien in Wald und Feldbach in Hombrechtikon hervor. 1995 machten die Kunsthalle Zürich, das Migros Museum für Gegenwartskunst und einige private Galerien das traditionsreiche Löwenbräuareal zu ihrem neuen Standort. In kürzester Zeit entwickelte es sich zu einem Zentrum für Gegenwartskunst von internationalem Renommee. In den Jahren 2010 bis 2013 wurde das Löwenbräuareal mit dem denkmalgeschützten Gebäude, den Silos und dem Kamin der ehemaligen Brauerei ausgebaut und erweitert. Entstanden ist ein spannungsvolles Ensemble von Neu und Alt in Zürich-West mit zwei Hoch-häusern, die über die alte Bierbrauerei hinauswachsen. Der prägende historische Bau aus dem Jahr 1897 blieb erhalten. Genutzt wird das Areal heute durch eine einzigartige Mischung aus internationaler Kunstszene, Gewerbe und Menschen, die es ihr Zuhause nennen.

Neue Trägerschaft garantiert langfristige Erhaltung
Die Trägerschaft für den Kunstbetrieb wurde nach häufigen Eigentümerwechseln, die den Kunstbetrieb gefährdeten, neu ausgerichtet. 2011 gründeten die Stadt Zürich, die Stiftung Kunsthalle Zürich und der Migros Genossenschafts-Bund die Löwenbräu-Kunst AG. Die drei Aktionärinnen beteiligten sich mit je einem Drittel am Aktienkapital von 27 Millionen Franken. Der Kunstteil mit seinen sanierten Alt- und Neubauten wurde für rund 65 Millionen Franken von der PSP Swiss Property AG übernommen. Mit vorteilhaften Mietverträgen wurde die langfristige Erhaltung des Kunst- und Kulturbetriebs Löwenbräu sichergestellt.
Mieter sind das Migros Museum für Gegenwartskunst, die Kunsthalle Zürich und mehrere private Galerien (Hauser & Wirth, Bob von Orsouw, Eva Pressenhuber) sowie die Buchhandlung Kunstgriff. Der Löwenbräu-Komplex beherbergt seit 2014 auch die Luma Stiftung von Roche-Erbin und Kunstmäzenin Marie-Anne Hofmann. Die Stiftung wurde 2004 gegründet mit dem Ziel, Aktivitäten von freien Künstlern, Pionieren sowie Institutionen zu fördern. Das Projekt der Stiftung im Löwenbräu funktioniert als Kollaboration inter-nationaler Privatsammler und Kunstmentoren. Platz gefunden haben im Areal auch ein Kinder-Workshop sowie eine öffentlich zugängliche Bibliothek mit Katalogen und Publikationen zur Gegenwartskunst.

«Mit der Eröffnung der sanierten und erweiterten Löwenbräukunst stärkt Zürich sein Kulturangebot und seinen Ruf als attraktiver und innovativer Standort für die Kunst- und Kreativwirtschaft», begründete die Stadt 2012 ihr Engagement. Stadtpräsidentin Corine Mauch nannte die Löwenbräukunst als «Highlight» der Zürcher Kunstszene in einem Atemzug mit dem Kunsthaus, dessen Erweiterungsbau 2021 eröffnet wird (ursprünglich war die Eröffnung für 2017 geplant).

Ikonen der zeitgenössischen Kunst
Im Vordergrund steht die Kunsthalle Zürich mit seit dem Umbau verdoppelter Ausstellfläche, die in den 35 Jahren ihres Bestehens zu einem international bedeutenden Zentrum für zeitgenössische Kunst geworden ist. Zusammen mit Luma Westbau zeigt sie gegenwärtig eine umfangreiche Retrospektive zu 50 Jahren künstlerischer Zusammenarbeit von Gilbert & George. Die Ausstellung «Gilbert & George: THE GREAT EXHIBITION, 1971-2016» mit Bildern aus Museen und Privatsammlungen dauert bis 10. Mai. Längst zählen Gilbert & George zu den Ikonen der zeitgenössischen Kunst. Das britische Künstlerduo in tadellosen Anzügen und mit makellosen Manieren gilt als radikaler Tabubrecher mit anarchischem Witz. Mit ihren Bildern und Auftritten wollen sie polarisieren und provozieren. Kunst für alle und in allem, das ist ihr Motiv.

Gilbert & George: City Drop, 1991 Bild: Kunsthalle Zürich
Gilbert & George: City Drop, 1991 Bild: Kunsthalle Zürich

Führungen für besseres Kunstverständnis
Das Migros Museum für Gegenwartskunst steht seit 1996 für das Ausstellen, Sammeln und Vermitteln internationaler zeitgenössischer Kunst. Im Löwenbräukunst-Areal werden auf zwei Ebenen wechselnde Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Werke aus der eigenen Sammlung präsentiert. Zudem bietet das Museum zum besseren Verständnis Führungen und Familiennachmittage an. Die gegenwärtige Ausstellung «Potential Worlds 1: Planetary Memories» (bis 30. Mai) befasst sich mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Die gezeigten Werke verschiedener Künstler beleuchten Formen der Aneignung von Umwelt zur Gewinnung von Macht und Ressourcen und zeigen die Folgen für die Natur und für soziale Zusammen-hänge.

Ein Mehrwert für Zürich
Zürich hat einiges zu bieten im Bereich moderne Kunst. Das Löwenbräukunst-Areal mit Kunsthalle, Migros Museum für Gegenwartskunst und mehreren Galerien mit internationaler Ausstrahlung ist ein ausserge-wöhnlicher und anspruchsvoller Kunstort. Wer über aktuellste Entwicklungen der modernen, zeitgenös-sischen Kunst informiert sein will, findet hier die richtigen Schauplätze.

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