Ferien im Corona-Sommer Wir entdecken unser Land

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Urlaub, Ferien, Vacanze, Holidays, Ferragosto: Worthülsen, Ausdrücke, die weltweit mehr beinhalten als der eigentliche Sinn der Worte. Es entstehen Bilder im Kopf, wie Sand, Strand, Meer und Sonne. Gilt das auch in Zeiten von Corona? Seniorin schlägt Kunst, Wein- und Städtereisen in der Schweiz vor. Bild: www.basel.com

 

Eigentlich geht es uns doch ganz gut. Wir können frei über die Zeit verfügen, konnten weltweit verreisen, zumindest bis zum 16. März 2020, bis uns Corona auf uns selbst zurückgeworfen hat. Jetzt, «danach», können wir an sich doch aufatmen, können wieder zu planen beginnen, können die vielfältigen Prospekte studieren, können gedanklich in die weite Welt verreisen. Bald müssen wir dabei aber feststellen, dass alles nicht mehr so einfach ist. Die Corona-Erfahrungen begrenzen. Sie begrenzen den Horizont, begrenzen die Bewegungsfreiheit, werfen uns zurück auf «Distanz halten», auf «Hygiene-Vorschriften achten». Weisungen, die nicht immer überall und einfach einzuhalten sind und uns vor Gefahren schützen sollen, die nicht vorhersehbar sind.

Was ist zu tun? Wie wäre es, wenn wir ganz anders vorgehen würden. Wie wäre es, wenn wir eine gründliche Analyse unserer Wünsche, unserer Erwartungen machen würden? Wenn wir nicht so fixiert auf das Wort Ferien wären. Wenn wir Klarheit darüber erhalten würden, was uns guttun würde, was uns bereichern könnte?

Wandernd die Schweiz entdecken
Entdecken wir die Schweiz. Sind Sie Weinliebhaber, so werden nur schon die Recherchen zu einem Genuss. Wandern Sie durch die Weinberge der Schweiz. Installieren Sie sich in einem Hotel, in einer Herberge beispielsweise am Genfersee, wandern Sie durch die Rebberge im Waadtländer Lavaux zwischen Lausanne und Montreux, für mich wohl die schönste Gegend der Schweiz. Von den Terrassen der Weinberge haben Sie einen grandiosen Blick auf den Genfersee. Oder ganz anders. Besuchen Sie das Fricktal, wandern Sie von Magden Richtung Liestal. Geniessen Sie dort den Blick Richtung Basel bis zum Schwarzwald. Wie wäre es mit der Bünder Herrschaft, geniessen Sie dort die besten Pinot-noir-Weine der Schweiz. Ganz nahe befindet sich Bad Ragaz, und etwas weiter davon bietet sich ein Ausflug über Pfäfers nach Vättis an, in eine eher unbekannte Landschaft. Vergessen wir nicht das Wallis. Dort wird heute selbst ein Fendant gekeltert, der es in sich hat. Ganz besonders zu empfehlen ist eine Wanderung von Siders nach Salgesch. Der Weg führt an ganz besonders empfehlenswerten Weingütern vorbei. Und schliesslich vergessen wir nicht das Tessin. Sie finden die besten Weingüter im Maggiatal und auch im Südtessin, im Mendrisiotto. Auf zur Recherche!

Unsere kulturellen Wurzeln entdecken
Sie sind besonders an Kultur interessiert? Ja, dann machen Sie doch dieses Jahr Städtereisen nicht in Europa, sondern in der Schweiz. Da bietet sich ganz besonders Basel an. Quartieren sie sich Hotel Teufelshof ein oder im ehemaligen Gefängnis Lohnhof, im Hotel Brasserie Au Violon. Wandern Sie über den Aeschenplatz, Richtung St. Albantal, besuchen Sie die Dependance des Kunstmuseums im Dalbetal, nehmen Sie die Fähre rüber ans andere Ufer und statten Sie dem Tinguely Museum einen Besuch ab. Wandern Sie Richtung Wettsteinplatz über den Rhein und Sie befinden sich vor dem Basler Kunstmuseum mit seinem beeindruckenden Neubau. Im Museum selbst erwarten Sie Picasso-Bilder, welche die Bürger der Stadt von Jahrzehnten mit einem grossen Fest vor dem Verkauf ins Ausland gerettet haben. Und schliesslich lohnt sich auch ein Besuch im Vitra-Museum im benachbarten Deutschland, in Weil am Rhein. Ein Rundgang durch das Museumsgelände, durch die wunderschönen Häuser weltbekannter Architekten erweitert den Horizont, vermittelt einen Blick aus einem ländlichen Gebiet in die weite Welt. Eine Woche Basel würde sich lohnen.

Die Region Walensee ist wunderschöner Ausläufer der Bündner Herrschaft. Auch dort werden Trauben gepflegt, die zu ausgezeichnetem weissen, rosé und rotem Wein verarbeitet werden. Bild: Felixer am Oelberg, Klaus Kappeler und Alois Walser, Walenstadt, www.felixeramoelberg.ch.

Auch unsere Nachbarn in Liechtenstein bieten viel
Oder ganz anders: Besuchen Sie Vaduz. Setzen Sie sich mit unserem Nachbarland Liechtenstein auseinander. Zu empfehlen ist das Hotel Schatzmann in Triesen, südlich Vaduz. Sie haben einen wunderbaren Blick auf unser Land, auf die Schweiz. Es ist ein idealer Ausgangpunkt für Ihre Ausflüge, zu einem Besuch im Museum Vaduz, wo gerade Werke aus der Sammlung der Hilti Art Foundation gezeigt werden. Die Firma Hilti mit rund 8 000 Beschäftigten prägt mit das Land, in dem sonst 16 Banken und Finanzdienstleister den Ton angeben. Sie können sich auch etwas mit der adligen Welt bekanntmachen, sich vom Hauch des Fürstentums umwehen lassen, wenn Sie die Hofkellerei des Fürsten von und zu Liechtenstein heimsuchen, die täglich geöffnet ist. Sie finden wunderbar gekelterte Weine, die Sie dort vor Ort degustieren können. Sie können von Triesen aus Malbun besuchen, die Sommer- und Wintersportdestination des Fürstentums. Dort können Sie wandern, sich erholen vom Besuch im Museum und in der Fürstlichen Hofkellerei. Und immer, wenn Sie sich in Vaduz und Umgebung bewegen, haben Sie einen Blick auf das Schloss der Fürstenfamilie hoch über dem Städtchen und wenn die Fahne aufgezogen ist, ist gewiss, dass der Fürst im Lande ist und über das Land wacht.

Vielfalt auf übersichtlichem Raum
Und wunderbar bei diesen Städte- und Landreisen ist eines in unserem Land: Sie lassen sich immer mit den verschiedensten Wünschen kombinieren, wollen Sie wandern, wollen Sie die Kulinarik geniessen, wollen Sie sich kulturell bereichern. Sie finden selbst in kleinen Städten wie Burgdorf, Langenthal, in Martigny, in Lugano und Locarno, selbstverständlich auch in Zürich, in Genf und in Lausanne hochprofessionell geführte Museen, Sie finden in der unmittelbaren Umgebung Weingüter, Sie finden selbst Wanderwege, wie beispielsweise in Olten, wo eine Kulturwanderung durch die kleine Stadt ausgeschildert ist.

Machen Sie sich auf den Weg. Recherchieren Sie als erstes im Internet. Sie finden alles, was Sie sich wünschen. Stellen Sie sich zusammen, was Sie sehen, was Sie besuchen wollen. Und erwägen Sie diesmal, ohne schlechtes Gewissen, wieder mal das Auto zu nehmen. Sie sind in der Corona-Zeit sicherer, flexibler, können das Programm jederzeit ändern. Und nun: Viel Spass, bereits schon beim Recherchieren.

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